Zuger Herbstkampagne für psychische Gesundheit war ein Grosserfolg

08.11.2009

Sowohl beim Walking-Event wie auch an der Filmmatinée machten jeweils über 140 Personen mit. Gesundheitsdirektor Joachim Eder: "Die Zuger Bevölkerung solidarisiert sich sehr mit den psychisch Kranken. Dies ist äusserst erfreulich!"

Der Marsch von Cham nach Zug – auf der wunderschönen Strecke dem Zugersee entlang – fand am Samstag, 7. November bei besten äusseren Bedingungen statt. 140 Teilnehmende vom Kind bis zur 88-jährigen Schwester Engelharda aus dem Kloster Menzingen schätzten die gute Organisation und das gesellige Beisammensein. Auch der Zuger Gesundheitsdirektor fühlte sich, wie das Bild von Christof Borner-Keller aus der Neuen Zuger Zeitung zeigt, sichtlich wohl. Er unterhält sich hier beim Walken mit Schwester Engelharda. 

 

 

Das Wochenende für die psychische Gesundheit organisierte die Gesundheitsdirektion zusammen mit verschiedenen Partnern. Den Auftakt bildete ein Jugendanlass am Donnerstagabend mit Film und anschliessender Podiumsdiskussion. Den zweiten Teil bildete der Walking-Event. Gleichzeitig waren bei der Aktion «S gälbe Wägeli» Auskunftspersonen von der Psychiatrischen Klinik Zugersee sowie Mitglieder des Vereins Equilibrium im Metalli. Den Abschluss machte am Sonntag eine Filmmatinée im Kino Seehof, die von Regierungsrat Joachim Eder eröffnet wurde. Lesen Sie hier die Gedanken des Zuger Gesundheitsdirektors.

 

Eindrücklicher Film von Ernst Jünger

 

Im Dokumentarfilm "Die Bipolaren" von Ernst Jünger wird anhand von drei Biografien das Erleben und Empfinden von manisch-depressiv erkrankten Menschen lebensnah, wertschätzend und informativ gezeigt. Gleichzeitig vermittelt der Film ein positives, "normales" und gesundes Bild der ehemals Betroffenen, zeigt den Gesundungsprozess auf und wirkt somit entstigmatisierend.

 

Die Podiumsdiskussion im Anschluss an den Film, an der nebst dem Regisseur, der Protagonistin Marylou Selo und zwei Fachpersonen (Magdalena Berkhoff [Chefärztin Psychiatrische Klinik Zugersee] und Marie-Theres Annen [Psychotherapeutin und Gesundheitspsychologin]) auch der Zuger Gesundheitsdirektor Joachim Eder teilnahm, vertiefte die im Film gezeigten Aspekte. Cornelia Kazis, die erfahrene und bekannte Erwachsenenbildnerin und Redaktorin beim Schweizer Radio DRS 1 und 2, moderierte den Anlass, der bei den 150 Anwesenden ein äusserst positives Echo auslöste. Die Ambulanten Psychiatrische Dienste des Kantons Zug (APD), die Psychiatrische Klinik Zugersee und die Kontaktstelle Selbsthilfe, eff-zett das fachzentrum, waren mit Informationsständen und Auskunftspersonen vor Ort.

 

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Setzen wir dort, wo wir tätig sind und Verantwortung tragen, die richtigen Schwerpunkte, lassen wir uns nicht ablenken von Nebensächlichem und Unwichtigem, irreleiten von Unverbindlichem und Oberflächlichem. Tragen wir auch persönlich dazu bei, dass um uns herum weniger unnötige Hektik, weniger selbstgemachter Stress, weniger Druck herrscht. Damit sorgen wir für weniger Störungen, weniger Krankheiten, seelische und körperliche.

 

Entschleunigen wir dort, wo es möglich ist! Schalten wir mal einen Gang zurück, gönnen wir uns ein Timeout, eine Zeit ohne Computer, ohne Handy, ohne Fernsehapparat. Verschnaufpausen sind nötig, Motoren, die immer auf Hochtouren laufen, haben früher oder später nämlich einen grossen Schaden. Erleben und geniessen wir die Stille, die einmaligen Vorzüge und Schönheiten unseres Wohnortes, unseres Tales, unseres Kantons, unseres Landes! Der Anblick und das Erleben der Natur berühren nämlich unser Innerstes.

 

Ihr Joachim Eder