Neuer Standort für ZOPA in Baar: Tag der offenen Tür

06.07.10

Seit 1995 führt der Betrieb ZOPA im Kanton Zug die ärztlich kontrollierte Heroinverschreibung durch (30 Behandlungsplätze). Seit 2004 gibt es auch Methadonprogramme. Die heroingestützte Behandlung hat sich zu einer etablierten Therapieform entwickelt. Das wurde auch am Tag der offenen Tür klar.

Der Kanton Zug war damit von Anfang an bei dieser innovativen und neuen Behandlungsform mit dabei. Gesundheitsdirektor Joachim Eder betonte denn auch in seiner Ansprache anlässlich des Tages der offenen Tür folgendes: "Heute können wir beruhigt festhalten: Mit der Behandlung in den letzten Jahren konnten folgende Ziele verfolgt und auch erreicht werden:

 

-          gesundheitliche Stabilisierung

-          Distanzierung von der Drogenszene

-          Reduktion der Kriminalität

-          Abbau und Verzicht von weiterem Suchtmittelkonsum

-          Verbesserung der sozialen Integration

-          Prävention von HIV und anderen Infektionskrankheiten

-          längerfristige Abstinenz von Suchtmitteln

 

 

Die heroingestützte Behandlung kann deshalb als Erfolgsmodell betrachtet werden. Insbesondere der gesundheitliche Zustand und die soziale Situation der Programmteilnehmenden haben sich stark verbessert und die Delinquenz konnte massiv reduziert werden. Es gibt auch immer wieder Personen, die nach dem ZOPA eine abstinenzorientierte Therapie antreten. Und etwas fällt mir besonders auf: In kreativen Aktivierungsangeboten entstehen sehr oft erstaunliche Kunstwerke, die zeigen, welches Potential in diesen Personen steckt."

 

Lesen Sie hier die ganze Ansprache des Zuger Gesundheitsdirektors. Joachim Eder geht dabei auch auf den neuen Standort in Baar und die Verdienste des Drogen Forums Zug ein. 

 

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Setzen wir dort, wo wir tätig sind und Verantwortung tragen, die richtigen Schwerpunkte, lassen wir uns nicht ablenken von Nebensächlichem und Unwichtigem, irreleiten von Unverbindlichem und Oberflächlichem. Tragen wir auch persönlich dazu bei, dass um uns herum weniger unnötige Hektik, weniger selbstgemachter Stress, weniger Druck herrscht. Damit sorgen wir für weniger Störungen, weniger Krankheiten, seelische und körperliche.

 

Entschleunigen wir dort, wo es möglich ist! Schalten wir mal einen Gang zurück, gönnen wir uns ein Timeout, eine Zeit ohne Computer, ohne Handy, ohne Fernsehapparat. Verschnaufpausen sind nötig, Motoren, die immer auf Hochtouren laufen, haben früher oder später nämlich einen grossen Schaden. Erleben und geniessen wir die Stille, die einmaligen Vorzüge und Schönheiten unseres Wohnortes, unseres Tales, unseres Kantons, unseres Landes! Der Anblick und das Erleben der Natur berühren nämlich unser Innerstes.

 

Ihr Joachim Eder