Gottesdienste und Volksmusik zum Tag der Kranken 2009

01.03.2009

Seit Jahren verteilt das Rote Kreuz am ersten Märzwochenende in den Spitälern und Heimen Orchideen-Rispen. Zudem organisiert der Verband Schweizer Volksmusik folkloristische Auftritte, die grossen Anklang finden. Als Zuger Gesundheitsdirektor hielt ich dieses Jahr im Kantonsspital eine Ansprache.

In meiner Grussbotschaft während des Gottesdienstes, der in alle Patientenzimmer des Zuger Kantonsspitals übertragen und von Spitalseelsorger Franz-Xaver Herger und Pfarrer Andreas Wüthrich gehalten wurde, sagte ich u.a. folgendes: Zur Zeit des 2. Weltkrieges sah die Schweizer Ärztin Dr. Marthe Nicati, wie vor allem die langjährigen Kranken in den Tuberkulose-Heilstätten in Leysin von ihren Freunden und Verwandten mehr und mehr vergessen wurden. Deshalb erliess die sensible Lungenspezialistin einen Aufruf an alle. Sie forderte darin auf, am ersten Märzsonntag an die Kranken zu denken, sie zu besuchen und Blumen zu bringen. Diese Idee wurde begeistert aufgenommen. Heute, 70 Jahre später, kennt man den Tag der Kranken in der ganzen Schweiz, ja er wurde zur Tradition.

 

Im Zuger Kantonsspital trat nebst den Baarer Bügel Spez auch der Jodlerklub Echo Baarburg aus Baar auf. - Bild Zita Schlumpf 

 

Die zusätzliche innere Dimension – die Bedeutung des Kreuzes im Spital

Nebst Blumen und Musik gibt es aber noch eine andere, eine innere Dimension. Deshalb sind wir heute auch zu einem Gottesdienst zusammengekommen. Ich denke, dass Sie alle dieses Kreuz kennen. Es hängt in jedem Patientinnen- und Patientenzimmer. Es regt viele von Ihnen, habe ich mir sagen lassen, zum Nachdenken, aber auch zum Beten an.

 

Die heilige Gertrud von Helfta, auch Gertrud die Grosse genannt, hat bereits im 13. Jahrhundert folgendes gesagt:

 

„Das Gebet, das ein Mensch nach bestem Können verrichtet, hat grosse Kraft. Es macht ein bitteres Herz süss, ein trauriges froh, ein armes reich, ein törichtes weise, ein verzagtes kühn, ein schwaches stark, ein blindes sehend. Es zieht den grossen Gott in das kleine Herz; es trägt die hungrige Seele empor zu Gott, dem lebendigen Quell, und es bringt zwei Liebende zusammen. Gott und die Seele.“

 

Besser kann man dies wohl nicht sagen. Wer krank ist, tut gut daran, die Hände zu falten und zu beten. In allen Jahrhunderten haben die Menschen im Gebet nämlich Halt gefunden. Der Glaube, dass Gott – mag manchmal auch vieles dagegen sprechen – keinen Menschen im Stich lässt, hat sie durch ihr Leben und durch die Stunden der grössten Not begleitet. Das Gespräch mit Gott, der selber ein Kreuz und grosse Schmerzen auf sich genommen hat, kann Kraft und Zuversicht schenken.

 

Hans Werder, behinderter, aber äusserst unternehmenslustiger Bewohner des Pflegezentrums Baar, der vielen Gesunden ein Vorbild sein könnte, diskutiert mit mir am Tag der Kranken 2009. - Bild Zita Schlumpf

 

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