150 Jahre Zuger Kantonsspital
31.08.2007Seit 150 Jahren steht das Zuger Kantonsspital im Dienst unserer Bevölkerung. 1857 wurde am heutigen Spitalstandort in Zug das Bürgerspital Zug eröffnet. Gefeiert wurde das Jubiläum am 31. August 2007, also ziemlich genau ein Jahr vor dem Umzug des Zuger Kantonsspitals von Zug nach Baar.
Auszug aus meiner Festansprache:
Heute werden ja überall und zu jeder Zeit Jubiläen gefeiert. Institutionen oder Vereine, die kaum die Pubertät oder die Sturm- und Drangphase hinter sich haben, laden zu Festen und Partys ein. Beim Zuger Kantonsspital verhält es sich anders: 150 Jahre sind selbst in unserer Zeit der Langlebigkeit ausgesprochen viel – ein grosses Jubiläum also und tatsächlich ein Grund zum Feiern, aber auch zum Innehalten! Bei einem so speziellen Jubiläum ist ein Marschhalt angesagt, und zwar mit einem Blick zurück und einem solchen nach vorne!
Die Festschrift von Heidy Gasser, die heute noch vorgestellt wird, macht diesen Blick rückwärts; die Autorin aus Obwalden zeigt die Zeitreise der 150 Jahre vom Bürgerspital zum Kantonsspital auf. Ihr ist ein eindrückliches Dokument gelungen, ein Dokument, welches auf wichtige Meilensteine, ja sogar Abenteuer einer spannenden Spitalgeschichte zurückblickt; mehr will ich jetzt nicht preisgeben! Zum Blick nach vorne: Auch dieser ist nötig, und ich verrate Ihnen allen kein Geheimnis, wenn ich sage, dass genau heute in einem Jahr die Spitaltüren in Baar geöffnet werden.
Denkwürdiger Tag mit dreifachem Dank
Doch bleiben wir hier in Zug, wo wir jetzt an der Artherstrasse 27 gemeinsam einen denkwürdigen, ja einen historischen Tag begehen. Verwaltungsrat und Direktion haben entschieden, diesen würdig zu feiern. Das ist richtig, und dazu gehört zuerst ein dreifacher Dank meinerseits:
- Der erste und wichtigste Dank geht in dieser Feierstunde an die Verantwortlichen, die vor 150 Jahren den Grundstein für den Zuger Kantonsspital gelegt haben! Sie handelten sehr weitsichtig. Dank ihnen konnte bis heute in unserem Kanton Tausenden, ja Abertausenden von Menschen medizinisch optimal geholfen werden.
- Danken darf, ja muss man heute auch all jenen, die in der Vergangenheit am kontinuierlichen Aufbau des Zuger Kantonsspitals an der Front oder im Hintergrund, auf der politischen oder auf der betrieblichen Ebene mitgewirkt haben. Viele von ihnen sind unter uns. Für sie ist die heutige Feier ein spezieller Freudentag! Jene, die leider schon gestorben sind, schliessen wir mit besten und dankbaren Erinnerungen in unsere Anerkennung und Wertschätzung ein!
- Danken darf, ja muss man heute aber auch den Behörden und der Zuger Bevölkerung. Beide standen immer hinter dem Zuger Kantonsspital, ideell, aber auch finanziell und als Stimmbürger. Ohne ihre Weitsicht und Unterstützung würden wir jetzt nicht dasitzen, hätten wir heute kein Jubiläumsfest.
Ich wünsche dem Zuger Kantonsspital, den Verantwortlichen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin alles Gute, Gesundheit und Kraft bei ihrer wichtigen Aufgabe. Und vor allem: Denken Sie daran, dass das Zuger Kantonsspital eine Tradition hat, eine Tradition, die nicht abhängig ist vom Standort, sondern von den Menschen, die arbeiten, also von Ihnen, geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei der Zertifizierungsfeier vor drei Jahren habe ich die Begriffe Dialog und Kommunikation, Transparenz und Offenheit, Mitgefühl und Wärme in den Mittelpunkt meiner Ausführungen gestellt. Sie werden diese, davon bin ich überzeugt, auch zukünftig hoch halten und als Fundament und gleichzeitig als Startkapital hinübernehmen in das neue Zuger Kantonsspital, welches heute in einem Jahr dann für unsere Bevölkerung in Baar betriebsbereit sein wird.
Ein Glöcklein als Zeitzeuge
Hinübernehmen oder – wenn Sie lieber wollen – hinüberretten werden Sie auch das von der Frauentaler Äbtissin kurz nach der Eröffnung des Spitals am 15. Mai 1859 gestiftete Glöcklein, das sich auf dem Dach des Altbaus befindet. Damit begleitet sie ein sympathischer Zeitzeuge, der sich bestimmt auch bemerkbar machen würde, wenn die Entwicklung in eine falsche Richtung läuft.
Schliessen möchte ich meine Gedanken mit einem leicht verkürzten Zitat aus der Festschrift: „Gibt es einen emotionaleren
Ort als das Spital? An keinem anderen Ort versammeln sich derart viele Gefühle und an keinem anderen Ort wird der Mensch so stark auf grundlegende Werte zurück geworfen. Geht es um Leben und Tod, wird so manches unwichtig. Leben kommt, Leben geht. Es lässt sich nicht festhalten.“
Liebe Jubiläumsfamilie – Leben kommt, Leben geht und gute Gesundheit ist nicht selbstverständlich. Das alles wissen wir nicht erst seit heute! Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie sich auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte engagiert, kompetent und professionell für die Gesundheit unserer Zuger Bevölkerung einsetzen werden.
Lesen Sie meine ganze Ansprache hier.

