500 Jahre Schützengesellschaft der Stadt Zug

07.09.2007

Spezieller Jubiläumsanlass der Stadtschützen Zug: In den Räumen der Distillerie ETTER Söhne AG wurde die 500-Jahr-Feier ausgetragen. Wir dürfen nicht leichfertig gefährden, was wir erreicht haben, war eine meiner Hauptbotschaften.

Die Stadtschützen Zug erreichten in den 500 Jahren vieles, Höhepunkt war aber sicher die Organisation des 24. Eidg. Schützenfestes von 1869. 0K-Präsident war Landammann Merz, die Zahlen präsentierten sich wie folgt: 130 Scheiben, Plansumme Fr. 600'000.-, Gabensatz Fr. 300'000.-, Ehrengaben Fr. 75'769.-, Munitionsverbrauch 600'000 Patronen. Die Schlussabrechnung wies einen Verlust von Fr. 3,061.10 auf.

 

Auszug aus meiner Jubiläumsansprache vor der illustren Festgemeinde:

Heute werden ja überall und zu jeder Zeit Jubiläen gefeiert. Institutionen oder Vereine, die kaum die Pubertät oder die Sturm- und Drangphase hinter sich haben, laden zu Festen und Partys ein. Bei den Stadtschützen Zug verhält es sich anders: 500 Jahre sind ausgesprochen viel – ein grosses Jubiläum also und tatsächlich ein Grund zum Feiern! Bei einem so speziellen Jubiläum ist sicher ein Marschhalt angesagt, und zwar mit einem Blick zurück und einem solchen nach vorne! Ehrenpräsident Karl Steinauer  wird uns heute einige Höhepunkte aus der langjährigen Geschichte vortragen. Ich bin jetzt schon gespannt.

 

 

Im Art. 2 Ihrer Statuten steht folgendes:


Die Schützengesellschaft der Stadt Zug bezweckt, das Schiesswesen zum Schutze des Vaterlandes zu erhalten, die Schiessfertigkeit ihrer Mitglieder zu fördern und zugleich das gesellschaftliche Leben, sowie eine vaterländische Gesinnung und gute Kameradschaft unter den Schützen zu pflegen.

 

Dieser Zweckartikel und die ganzen von der Schützengemeinde am 18. März 1998 genehmigten neuen Statuten zeigen, worum es Ihnen, meine sehr verehrten Jubiläumsschützinnen und -schützen geht, zeigen aber auch, dass es Ihnen gelungen ist, sich an die neuen Verhältnisse anzupassen, ohne die jahrhundertealte, bewährte Tradition aufzugeben.

 

Damit bin ich bei der staatspolitischen Dimension des Schiesswesens und bei der Bedeutung unserer Armee. In einem Satz fasse ich zusammen, was mir persönlich sehr am Herzen liegt:

 

Wir dürfen nicht leichtfertig gefährden, was wir erreicht haben. 

 

Dies gilt für die Sicherheitspolitik und für unsere Armee. Sie beide, die Sicherheitspolitik und ihre Instrumente, vor allem die Armee, stehen oft in der kontroversen öffentlichen Diskussion. Dies nicht zuletzt, weil es viele unterschiedliche Interpretationen der künftigen Entwicklung gibt.

 

Wenn ich die ganzen Diskussionen so aus dem Blickwinkel eines ausgemusterten Fouriergehilfen beobachte, glaube ich zu spüren, dass man heute weiss, dass innere und äussere Sicherheit nicht mehr trennbar sind. Man weiss sicher auch, und dies dürfte unbestritten sein, dass unsere Sicherheit in erster Linie von nichtstaatlichen Akteuren bedroht wird, dass Kriege nicht mehr erklärt werden, dass der Angreifer sich nicht an Völker- und Kriegsvölkerrecht hält.

 

Und man weiss auch, dass geografische Distanz und Grenzen an Schutzwirkung verloren haben und dass unsere Gesellschaften komplex, vernetzt und verwundbar sind. Eines ist auch klar, und das hat die Vergangenheit gerade im Ausland deutlich gezeigt:

 

Wo der Staat zerfällt, entsteht nicht etwa Freiheit, sondern Anarchie und Gewalt.

 

Sie sehen, liebe Jubiläumsschützenfamilie, ich bin mit solchen Äusserungen schon mitten in der Sicherheitspolitik. Es war mir ein Anliegen, zu diesem wichtigen Thema gerade heute vor so einem erlauchten Gremium auch etwas zu sagen.

 

Abschliessend möchte ich noch zwei Sachen speziell erwähnen:

 

Leidenschaft und Tradition - auch bei ETTER

 

1.      Ich finde es sehr schön und bezeichnend, dass Sie Ihren Festanlass ebenfalls in einem Zuger Traditionsunternehmen feiern. Über den "Berglihof", Stammsitz der Familie Etter am milden Westhang des Gubels in der Zuger Gemeinde Menzingen und die Geschichte der "Etter Fruchtbrände" kann Ihnen Hans Etter mehr erzählen als ich. Soviel ist mir allerdings bekannt: Schon Landwirt Johann Baptist Etter hatte um 1840 einen guten Namen als Chriesibrenner. Vor über 135 Jahren machte Sohn Paul dann das Kirschwasser zu seinem Hauptgewerbe. Seither gibt es Etter Kirsch. Mit Inbetriebnahme dieses neuen Gebäudes im Jahre 1981 bauten die Etter Söhne die Fruchtbrand-Sorten sukzessive aus, so dass heute 11 verschiedene Fruchtsorten destilliert werden. Das "Lebenswasser" – auch "Eau-de-vie" genannt – war für die Familie Etter seit jeher Beruf und Berufung. Und die Gemeinsamkeit mit dem Jubilar: Leidenschaft und Tradition spielen auch hier eine grosse Rolle!

 

18. Zuger Kantonal-Schützenfest 2008

 

2.      Sie alle wissen, dass im kommenden Jahr in unserem Kanton an drei Wochenenden zwischen dem 20. Juni und 6. Juli 2008 das 18. Zuger Kantonal Schützenfest stattfindet. Die Schützengesellschaften Oberägeri, Unterägeri und am Morgarten haben sich zusammengetan und übernehmen die Trägerschaft dieses Grossanlasses. Selbstverständlich haben alle Zuger Schützengesellschaften ihre Mitarbeit zugesichert. Die Schiessplätze sind im ganzen Kanton Zug verteilt, das Festzentrum ist in Oberägeri, der offizielle Tag findet in Unterägeri statt. Dieses gemeinsame Engagement ist vorbildlich, dafür danke ich Ihnen als Landammann, aber auch im Namen des Kantonsratspräsidenten und des Militärdirektors ganz herzlich! Gemeinsam wird in unserem Kanton etwas organisiert, das nachhaltige Ausstrahlung haben wird! Das 18. Zuger Kantonal Schützenfest mit den vielen interessanten Programmpunkten darum herum wird zu einer wichtigen Manifestation des Schiessportes, einer Manifestation, die gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig ist und die folgende Botschaft in den Rest der Schweiz hinausstrahlen wird:

Traditionen sind die Wurzeln der Vergangenheit. Sie erst ermöglichen das Wachsen der Gegenwart!

 

Dieses Wachsen in der Gegenwart wünsche ich der jubilierenden Schützen-gesellschaft der Stadt Zug, verbunden mit einem herzlichen Gut Schuss!

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