40 Jahre Chlösterli Unterägeri

08.09.2007

Grosses Jubiläumsfest im Unterägerer Altersheim: Die ganze Bevölkerung feierte heute mit den Bewohnerinnen und Bewohnern den 40. Geburtstag, und zwar mit einem attraktiven Unterhaltungsprogramm. Als Landammann stellte ich meine Festansprache unter das Motto "Heute aber ist ein Geschenk!"

Nachdem Stiftungsratspräsident Robert Baumgartner in einem Rückblick die wesentlichsten Höhe-punkte der Chlösterli-Geschichte aufgezeigt hatte, gratulierte ich in meiner Festansprache namens der Zuger Regierung und der anwesenden gemeindlichen Behörden den Verantwortlichen der Stiftung zum Jubiläum. Gleichzeitig sprach ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Dank für ihre tägliche, äusserst wichtige und wertvolle Arbeit im Dienste der älteren Bevölkerung aus.

 

Hier ein Auszug aus meiner Ansprache:

 

Gestern ist Vergangenheit, Morgen ist ein Geheimnis, Heute aber ist ein Geschenk!

 

Ja, liebe Festfamilie; heute aber ist ein Geschenk – weil das Chlösterli einen guten Ruf, eine starke Verankerung in der Bevölkerung und, obwohl es erst 40 Jahre jung ist, bereits Tradition hat! Es ist als Haus und als Institution aus unserer Gemeinde nicht mehr wegzudenken! Ich bin überzeugt, dass das positive Echo vom Chlösterli, wo man sich wohlfühlt, anhalten wird, und zwar nicht nur als Titel der Hauszeitschrift.

 

 

 

Wir stehen in der Gesundheitspolitik vor grossen Herausforderungen – die Pflege und Fürsorge von alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen wird länger je mehr zur wichtigsten Aufgabe unserer Gesellschaft.

 

Heute aber ist ein Geschenk – weil ich weiss, dass viele diese Aufgabe hier im Chlösterli seit der Gründung der Stiftung mit grossem Einsatz, Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl erfüllen. Am heutigen Festtag lebt denn auch das eindrückliche Gemeinschaftswerk wieder neu auf, die Zukunft für unsere älteren und pflegebedürftigen Leute ist, das kann man mit Bestimmtheit sagen, in unserer Gemeinde, ja in unserem schönen Ägerital, für die nächsten Jahre und Jahrzehnte gesichert. Das erfüllt nicht nur die heutigen Verantwortlichen mit Freude, das gibt auch all jenen Genugtuung, die in der Vergangenheit am Aufbau des Chlösterli mitgewirkt haben.

 

Wer hier im Chlösterli ein und aus geht, befindet sich in einem hellen und freundlichen Haus mit viel Bewegungsfreiheit und einer ausgesprochen wohnlichen Atmosphäre. Allerdings nützen das zeitgemässeste Leitbild und Pflegekonzept, die grosszügigsten Räume, die modernste Infrastruktur und das beste Haus an idealster Lage nichts, wenn nicht der zwischenmenschlichen Komponente die allergrösste Bedeutung beigemessen wird.

 

 

 

Zeit und Zuwendung, Mitgefühl und Wärme

Heute aber ist ein Geschenk, weil ich überzeugt bin, dass die Bewohnerinnen und Bewohner, Menschen also, die alle eine eigene lange Lebensgeschichte haben, hier im Chlösterli liebevoll, einfühlsam und kompetent betreut und von Personen begleitet werden, welche ihre Aufgabe mit innerem Engagement und grossem Pflichtbewusstsein ausüben. Von Personen, für die Zeit und Zuwendung, Mitgefühl und Wärme in ihrer oft sehr herausfordernden Arbeit, der Betreuung und Pflege, selbstverständlich sind.

 

Ich habe von Zeit und Zuwendung, von Mitgefühl und Wärme gesprochen: Wir müssen älteren Menschen auch dann, wenn ihre Kräfte nachlassen, ein Leben in Achtung und Würde ermöglichen. Gerade sie, die über Jahrzehnte einen wesentlichen Beitrag für unsere Gesellschaft geleistet haben, verdienen in der letzten Phase ihres Lebens unsere Solidarität und unseren Einsatz, gerade sie haben ein Anrecht auf Akzeptanz, menschliche Nähe und Wertschätzung.

 

„Menschen, die wir aufrichten, sind uns selber Stütze im Leben!“

 

Ich war dabei, als Dr. Guido A. Zäch anlässlich der Einweihung des neuen Forschungsinstituts in Nottwil seinen Patientinnen und Patienten, den Querschnittgelähmten, mit folgenden Worten dankte: „Menschen, die wir aufrichten, sind uns selber Stütze im Leben!“ Ich denke, dies haben alle, die sich in irgend einer Form hier im Chlösterli für die älteren und pflegebedürftigen Leute einsetzen, ebenfalls bereits mehrfach spüren können! „Menschen, die wir aufrichten, sind uns selber Stütze im Leben!“

 

Ich wünsche den Bewohnerinnen und Bewohnern und allen, die hier ein- und ausgehen, alles Gute und viele schöne und glückliche Momente, vor allem aber Gottes Segen, auf den wir Menschen angewiesen sind. Die vielen Blumen und die strahlende Sonne am heutigen Tag sind ein Zeichen der Hoffnung - sie werden alle im und ums Chlösterli auf Ihrem weiteren Weg begleiten.

 

Bildlegende: Rosa Heinrich, bekannt als Rosli, lebt ebenfalls seit 40 Jahren im Unterägerer Chlösterli. Zu Recht wurde sie mit einem Blumenstrauss geehrt!

 

<- Zurück zu: Archiv

Reden, Ansprachen...

 

 

 

Begegnungen, zum Beispiel mit Boris Becker...