Einweihung Dreifachsporthalle Röhrliberg Cham

29.09.2007

Die Gemeinde Cham hat die sozialen, pädagogischen und präventiven Aufgaben der Sport- und Bewegungsförderung in der Schule und in den Vereinen erkannt und eine zweckmässige Dreifachsporthalle erstellt. Warum ich Stéphane Lambiel damit in Verbindung brachte...

Mit der Einweihung der Dreifachsporthalle ging ein lang ersehnter Wunsch von vielen Chamerinnen und Chamern in  Erfüllung. Als Landammann überbrachte ich der Bevölkerung und den Verantwortlichen nicht nur die Grüsse, sondern auch die verdienten Glückwünsche des Gesatmregierungsrates.

 

In meiner Ansprache erwähnte ich u.a. folgendes:

 

Der Staat – Gemeinden wie Kanton – nehmen also ihren Auftrag, Sport und Bewegung in der Schule zu fördern, ernst. Gemeinden wie Kanton haben erkannt, dass zur Schulbildung nicht nur die Förderung von intellektuellen Fähigkeiten und das Vermitteln von Wissen gehört, sondern eben auch – wie wir es früher noch gesagt haben – die sog. körperliche Ertüchtigung. Der Spruch des römischen Dichters Juvenal „Mens sana in corpore sano“ – „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ gilt heute noch, wobei, und das muss ich mit aller Deutlichkeit betonen, daraus nicht abgeleitet werden kann, dass Menschen, die körperlich fitter sind als andere, auch zwingend intelligenter sein müssen.

 

Vereine verdienen den öffentlichen Dank

 

Von der Dreifachsporthalle Röhrliberg profitiert aber nicht nur die Schule, sondern auch die Vereine. Gerade das ist aus meiner Sicht ganz wichtig: All unsere Vereine – ob sie nun Kultur, Sport oder sonst irgendeine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zum Zweck haben, sind wertvolle, ja unverzichtbare Pfeiler unserer Gesellschaft. Wir müssen zu ihnen nicht nur Sorge tragen, wir müssen vom Staat aus auch dafür sorgen, dass sie optimale Rahmenbedingungen vorfinden, um sich entfalten zu können. Was die öffentliche Hand in die Vereine investiert, ist gut angelegtes Geld, weil sie in allen Altersklassen Funktionen und Aufgaben übernehmen, die letztlich auch zum Wohl und zur Zufriedenheit der Bevölkerung beitragen. Wer Zusammengehörigkeitsgefühl und Kameradschaft, Spass und Freude erleben kann, ist ein sicherer Wert in unserer Gemeinschaft. Ich nehme deshalb die heutige Einweihungsfeier der Dreifachsporthalle Röhrliberg gerne zum Anlass, auch einmal allen Chamer Vereinen und ihren Verantwortlichen hier und heute öffentlich für all das zu danken, was sie täglich konkret tun und bewirken, ohne dass es gross in den Schlagzeilen der Medien erscheint.

 

Die Geschichte von der Kirsche auf dem Kuchen

 

Gerne möchte ich mit einer unglaublich klingenden Geschichte aufhören, die uns allen zeigt, was auch in unserem Lande noch möglich ist: In einem Interview las ich kürzlich folgendes:

 

Es kursiert die Geschichte, dass Sie als 9-Jähriger dreimal wöchentlich morgens um vier, fünf Uhr von Ihrer Mutter nach Genf ins Training gefahren wurden, stimmt das?

 

"Ja, es stimmt. Ich habe bis Nyon geschlafen, dann hat mich meine Mutter geweckt, ich habe das Pyjama mit dem Trainingsanzug getauscht, etwas gegessen und bin ins Training gegangen. Ich betrieb das damals schon mit Leidenschaft. Ich wusste mit 7 Jahren, dass Eiskunstlaufen mein Leben sein wird. Auf dem Eis war ich von allem Anfang an in einer anderen Welt, in meiner Welt. Es gab damals keine Eisbahn in Saxon, deshalb mussten wir immer wieder auswärts trainieren. Aber wenn ich heimgekommen bin, habe ich in der Garage weitertrainiert, ohne Eis. Dieser Weltmeistertitel ist nun die Kirsche auf dem Kuchen. Ich habe aber nicht nur die Kirsche gern, ich liebe den ganzen Kuchen. Der Kuchen ist die Arbeit all der Jahre."

 

Bild Lee Jae-Won, Reuters

 

Soweit Stéphane Lambiel, unser Weltmeister im Eiskunstlaufen, einer der ganz Grossen des Schweizer Sports, der auch unbestrittenermassen ein Sympathieträger ist.

 

Ich habe Ihnen diesen Ausschnitt am heutigen Festtag vorgelesen, weil er zeigt, was man mit Leidenschaft, was man mit Unterstützung der Eltern und der Vereine erreichen kann. Nicht alle an der heutigen Einweihungsfeier werden Weltmeister, nicht alle, die sich zukünftig in der Dreifachsporthalle Röhrliberg bewegen, werden immer Erfolg haben, aber alle, die hier körperlich schwitzen, seien es nun Schulklassen oder Vereine, tun auf jeden Fall etwas für ihre eigene Gesundheit, für ihre eigene Lebensqualität.

 

„Ich habe nicht nur die Kirsche gern, ich liebe den ganzen Kuchen. Der Kuchen ist die Arbeit all der Jahre.“

 

So, nun wissen Sie auch, liebe Chamerinnen und Chamer, warum ich heute mit einer Kirschen-Krawatte zu Ihnen gekommen bin. Sie zeigt symbolisch die Früchte unserer gemeinsamen Arbeit, der Arbeit der Gemeinde Cham und des Kantons. Und Sie als Einwohnerinnen und Einwohner der schönen Gemeinde Cham haben sich Ihren Festkuchen heute redlich verdient. Geniessen Sie ihn, denn er ist die Arbeit von vielen, er ist das Ergebnis einer Überzeugung, dass sich der Einsatz für den Sport lohnt, für den Sport in der Schule und in den Vereinen.

 

Zu dieser Überzeugung gratuliere ich Ihnen nochmals ganz herzlich.

 

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