10 Jahre AndreasKlinik Cham
03.07.2008In eine Klinik geht man meist nicht gerne und selten freiwillig. Für einmal war das ganz anders. Das 10-jährige Jubiläum der AndreasKlinik in Cham lenkt den Blick auf einen jungen, aber wichtigen Spross des Zuger Gesundheitswesens. Sehr gerne ging ich deshalb zu dieser Festveranstaltung.
Vor den vielen Gästen führte ich in meiner Ansprache u.a. folgendes aus: "Wie Sie wissen, werden wir Ende August in das neue Kantonsspital in Baar einziehen. Ihre Firmengruppe hat diesen Bau, der nicht nur die bisher grösste Investition in ein Hochbauvorhaben des Kantons ist und dessen Realisierung "auf der grünen Wiese" in unserem Land in den letzten Jahrzehnten ih-resgleichen sucht, vor fünf Jahren im Abstim-mungskampf intensiv bekämpft. Die damaligen Kriegsbeile sind längst begraben – mit Freude habe ich jedenfalls am 5. März 2008 in einem Interview in der Neuen Zuger Zeitung gelesen, dass Sie, Herr Rauber, „die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital sicher ausbauen werden“.
Partnerschaft statt Konkurrenz
Das ist auch aus meiner Sicht wichtig, beginnt doch mit dem Kantonsspital in Baar ein neues, wichtiges Kapital in der Geschichte des Zuger Gesundheitswesens. Es gilt, diese Chance beherzt zu nutzen, und zwar sowohl in Baar als auch darüber hinaus. Denn ein Spital ist keine isolierte Raumstation, sondern ein vernetzter Organismus. Die Zusammenarbeit beginnt bei den vor- und nachbehandelnden Gesundheitsfachpersonen, geht weiter zu den Zuger Kliniken sowie Pflegeeinrichtungen und umfasst auch die ausserkantonalen Spitäler. Diese Beziehungen sind für das Wohl der Patientinnen und Patienten von grösster Bedeutung. So soll hier nicht Konkurrenz, sondern Partnerschaft im Vordergrund stehen.
Diese Partnerschaft ist mir äusserst wichtig und ich möchte deshalb gerade heute das Verbindende und nicht das Trennende in den Vordergrund stellen: das Verbindende zwischen den Behörden und den Trägerschaften, das Verbindende zwischen den Direktionen des Kantonsspitals und der AndreasKlinik, das Verbindende zwischen den Chefärzten und den Belegärzten, das Verbindende zwischen den Mitarbeitenden und den Patientinnen und Patienten. Diese Liste liesse sich fortsetzen, ich denke, Sie haben verstanden, was ich meine.
Das grosse Engagement der Schwestern
Letztlich geht es uns allen, die wir im Gesundheitswesen tätig sind, um das Wohl der Patientin und des Patienten, es geht uns auch um ein sehr hohes Gut, welches wir haben, um unsere Gesundheit. Dafür können wir nie genug tun, vor allem nie genug Gutes tun! In diesem Zusammenhang denke ich gerade heute speziell an die vielen Heiligkreuz- und Liebfrauenschwestern, die sich während mehreren Jahrzehnten hier und – was die Liebfrauenschwestern anbelangt – räumlich an einem anderen Ort uneigennützig, mit viel Pflichtbewusstsein, grösstem Einsatz und einer von Nächstenliebe geprägten inneren Grundhaltung für das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten aufgeopfert haben. Dies ist für mich auch heute noch das spitalpolitische Vermächtnis für die AndreasKlinik Cham. Als Gesund-heitsdirektor unseres Kantons bitte ich die Verantwortlichen und die Mitarbei-terinnen und Mitarbeiter, zu diesem Erbe Sorge zu tragen!
593 im Jahre 1998 Geborene
Damit komme ich zum Schluss: Für Ihr zehnjähriges Jubiläum haben Sie sich einiges einfallen lassen: Originelle Weltformatplakate begleiten uns seit Monaten im Kanton, sinnvolle Sprüche wie 'So jung kann Tradition sein' oder 'Weiterhin einmalig individuell' steht darauf; ein Zuger Gesundheitsschiff wurde ebenfalls extra in Fahrt gesetzt und im Mittelpunkt der Geburtstagsfeier stehen die im ersten Jahr, also 1998, Geborenen - dies sind immerhin stolze 593 Jugendliche, von denen sich ein Zehntel am Malwettbewerb, dessen Prämierung ja heute noch bevorsteht, beteiligt hat. Da kann ich nur sagen: Wer auf die Jugend setzt, hat schon gewonnen!
Dass die Erfolgsgeschichte der AndreasKlinik weitergeht, wünschen und glauben wir alle. Die hier beschäftigten Menschen sind die Garanten dafür. Ganz herzlich danke ich deshalb abschliessend Ihnen allen für Ihre wichtigen Leistungen und Ihren täglich hohen Einsatz. Die Ärztinnen und Ärzte, die Pflegenden und hauswirtschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der medizinisch-technische Dienst und die Administration sowie das gesamte Betriebspersonal - Sie alle stehen für die optimale, individuelle Versorgung einer jeden Patientin und eines jeden Patienten. Der AndreasKlinik wünsche ich eine erfolgreiche Fortsetzung ihrer dynamischen Entwicklung im Dienste der Gesundheit und des Zuger Gesund-heitswesens. "
Foto Max Hermann, Stanstad

