Generationen gemeinsam in Aktion
23.10.2008Das 4. Forum für Altersfragen widmete sich heute mit einem spannenden, vielseitigen Programm den Themen "Generationen gemeinsam in Aktion; Generationenübergreifende Projekte; Generationenkonflikte". Als Landammann eröffnete ich die Veranstaltung mit einem Referat.
Meine Ausführungen, die Sie hier nachlesen können, stellte ich unter den Titel "Interesse am Gegenüber ist entscheidend!". Ich ging dabei auf folgende vier Punkte ein:
- Generationen gemeinsam in Aktion
- Generationenübergreifende Projekte
- Erster umfassender Generationenbericht der Schweiz
- Offene Ohren und Türen
So gross, wie viele Medien behaupten, ist der Konflikt zwischen den Generationen ohnehin nicht. Dies dokumentiert der kürzlich erschienene erste, umfassende „Generationenbericht der Schweiz“. In diesem haben Forscher untersucht, wie weit das Bild der zunehmenden Polarisierung zwischen Jung und Alt der Realität entspricht. Sie sind zu überraschenden und erfreulichen Resultaten gekommen.
Etwas möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
- Innerhalb der Familie ist das Verhältnis zwischen den Generationen weitgehend unbelastet. Grosseltern fühlen sich laut Studie zu über 90 Prozent stark oder sehr stark mit ihren Enkeln verbunden. Und diese Wertschätzung ist gegenseitig: 90 Prozent der befragten Enkelkinder beurteilen ihre Verbundenheit mit den Grosseltern als stark bis sehr stark.
- Als Beispiel für das mehrheitlich solidarische Verhältnis zwischen den Generationen nennen die Studienautoren den Einsatz der Grosseltern in der Kinderbetreuung. Sie schätzen diesen Aufwand auf 100 Millionen Stunden pro Jahr (Stand 2004), was ungefähr einer Arbeitsleistung von 2 Milliarden Franken entspricht. Die solidarischen Einsätze laufen aber auch in die Gegenrichtung: Sechs von zehn zu Hause lebenden Pflegebedürftigen werden von Angehörigen betreut.
Mir fällt auf: Wenn vom Zusammentreffen verschiedener Generationen die Rede ist, ist immer und sofort auch gleich von Akzeptanz und Toleranz die Rede. Die eine Seite, so heisst es, brauche viel Verständnis für die Bedürfnisse der anderen. Diese sicherlich wichtigen Tugenden in Ehren. Aber ehrlich gesagt: Entscheidend ist doch etwas ganz anderes! Nämlich das Interesse am Gegenüber: Wer sich für einen Menschen interessiert, hat auch Verständnis für dessen Sorgen.


