Nachhaltige Gesundheitspolitik in einer globalisierten Welt
15.01.2009An der 11. Nationalen Gesundheitsförderungs-Konferenz, welche in Pfäffikon unter dem Titel "Gesundheitsförderung im Spannungsfeld der Gesellschaftspolitik: soziale Determinanten nachhaltig beeinflussen" stand, hielt ich vor 400 Tagungsteilnehmenden die Eröffnungsansprache.
Dabei führte ich in meiner zweisprachigen Rede u.a. folgendes aus: Unter den vielen Referaten und Workshops ist mir besonders das Thema von Herrn Carlo Knöpfel und Frau Simone Villiger von der Caritas Schweiz ins Auge gestochen. Der Titel lautet "Arme sterben früher".
Solche Fakten rütteln auf. Man glaubt sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt, als beispielsweise im 18. Jahrhundert hier in der Linthebene die Malaria und Tuberkulose grassierte und arme Menschen aufgrund ihrer Le-bensumstände besonders betroffen waren. Doch auch heutzutage spielen die sozialen Determinanten für die Gesundheit eine zentrale Rolle, obwohl die Zu-sammenhänge komplexer geworden sind. Umso mehr braucht es wissenschaftliche Untersuchungen, wie sie uns an dieser Konferenz vorgestellt werden.
Von gesunden Verhältnissen profitieren alle
Allerdings: Wenn wir die ungleiche Verteilung der Gesundheitschancen beschreiben können, müssen wir auch Verantwortung übernehmen und etwas dagegen tun. Wir werden deshalb hier in Pfäffikon nicht nur über das Verhalten – das individuelle Tun und Lassen – sprechen, sondern ebenso über die Verhältnisse. Hier ist die Politik gefordert, aber auch wir alle als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Der Gewinn ist ein gemeinsamer. Es geht ja nicht darum, Gesundheitschancen umzuverteilen – den einen wegzunehmen und den anderen zu geben. Von gesunden Verhältnissen profitieren vielmehr alle.........
Absolutes Highlight im 2010: Die Weltkonferenz in Genf! (Fotos Philipp Zinniker, Bern)
Weltkonferenz in Genf
........ Und mit diesem Dank schaue ich gleichzeitig vorwärts auf kommende Taten, ja Grosstaten. Dieser Superlatif ist angebracht, wenn ich ans Jahr 2010 denke, ein Jahr, in dem der ganzen Bewegung der Gesundheitsförderung, in dem auch unserem Land, der Schweiz, ein absolutes Highlight bevorsteht: die 20. Weltkonferenz der Gesundheitsförderung, die vom 11. bis 15. Juli in Genf stattfindet. Merken Sie sich dieses Datum bereits jetzt! Die Vorbereitungen sind längstens im Gang, und das Thema ist uns keineswegs fremd: die nachhaltige Gesundheitspolitik in einer globalisierten, urbanisierten und modernen Welt, in der die Ressourcen knapp werden und die soziale Solidarität zu erodieren droht.
Wir befinden uns hier quasi im Trainingslager für diesen, ich sage mal salopp, WM-Final von Genf. Denn das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt uns auch hier in Pfäffikon. Nicht dauernd explizit zwar. Aber es wird immer irgendwo mitschwingen, dass wir uns als Tagungsziel gesteckt haben, Massnahmen für eine nachhaltige Gesundheitspolitik in der Schweiz zu verankern.
Ich erinnere bei dieser Gelegenheit gerne daran: Nachhaltigkeit darf nicht einfach nur ein inflationär gebrauchtes Modewort sein, als Synonym für ein bisschen Kontinuität. Nachhaltigkeit sollte im Sinn und Geist des legendären UNO-Umweltgipfels von Rio 1992 immer drei Kriterien erfüllen: ökologische Entwicklung, ökonomische Entwicklung, aber auch soziale Entwicklung.
Referate der ganzen 11. Nationalen Gesundheitsförderungskonferenz
Ab sofort sind alle verfügbaren Zusammenfassungen der Referate, die verfügbaren Powerpoint-Präsentationen in der Originalsprache sowie die verfügbaren Resultate der Workshops auf der Website von Gesundheitsförderung Schweiz abrufbar.


