Gesundheitsdirektion präsentiert Krebsstrategie 2010 - 2015

16.04.2010

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug reagiert auf die steigende Bedeutung von Krebserkrankungen in unserer Gesellschaft mit einer weiteren Pionierleistung in der Schweiz, nämlich einer mehrjährigen Krebsstrategie. Konkrete Ziele und Massnahmen verstärken die bisherigen Aktivitäten.

Die Bedeutung von Krebs in unserer Gesellschaft wächst enorm: Krebserkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache, und die Häufigkeit des Auftretens der Erkrankung hängt massgeblich mit der alternden Gesellschaft zusammen. Aber auch jüngere Menschen sind betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krebsformen zu erkranken, steigt durch risikoreiche Verhaltensweisen deutlich an: Rauchen, ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und übermässiger Alkoholkonsum haben einen grossen Einfluss auf Krebs.

 

 

Die Krebsstrategie 2010 - 2015 wird gemeinsam von aktiven und engagierten Fachpersonen und Institutionen im Kanton Zug getragen und umgesetzt.

 

Gesundheitsdirektion des Kantons Zug stellt sich der Herausforderung

Zum ersten Mal in der Schweiz wurde auf kantonaler Ebene eine mehrjährige Krebsstrategie erarbeitet. Dank der aktiven und engagierten Mitarbeit vieler Fachleute entstanden sechs konkrete Ziele mit Massnahmen: Krebs besser verhindern; Krebs früher erkennen; qualitativ hochstehende Behandlung und Pflege sicherstellen; psychosoziale Betreuung gewährleisten; Palliative Care etablieren; Krebsmonitoring im Kanton Zug einführen. Der zuständige Gesundheitsdirektor Joachim Eder ist überzeugt: "Unsere Krebsstrategie ist sicher richtungsweisend. Sie zeigt gemeinsame Ziele und Massnahmen auf: So können die Anstrengungen besser gebündelt sowie Lücken erkannt und geschlossen werden. Da die Strategie zudem breit abgestützt ist, führt dies auch zu einer verstärkten Vernetzung und Koordination. Dies sind ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung."

 

Prävention und Früherkennung sind unverzichtbar

Nicht alle Krebsarten lassen sich durch Prävention verhindern; ein Teil ist genetisch bedingt. Trotzdem spielt die Lebensführung eine entscheidende Rolle für die Entstehung einer Krebserkrankung. Deshalb ist es wichtig, das Potenzial der Krebsprävention in den Bereichen Tabak, Alkoholmissbrauch sowie Förderung des gesunden Körpergewichts systematisch auszuschöpfen. "Bereits heute arbeiten wir sehr erfolgreich in der Tabak- sowie Alkoholmissbrauchsprävention. Und auch in der Förderung des gesunden Körpergewichts und in der Hautkrebsprävention haben wir im Kanton Zug sehr gute Angebote. Hier gilt es, die Synergien zwischen den bestehenden Präventionsstrategien und der neugeschaffenen Krebsstrategie zu nutzen", führt Matthias Meyer, Leiter des Gesundheitsamtes des Kantons Zug, aus.

 

Je früher eine Krebserkrankung diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen. Angesichts eingeschränkter Behandlungsmöglichkeiten spielt die Früherkennung eine zentrale Rolle für die Überlebenschancen bei einer Krebserkrankung. Die Brustkrebsfrüherkennung geschieht im Kanton Zug auch ohne kantonales Programm auf einem hohen Niveau. "In der weiteren Systematisierung der Früherkennung aller Krebsarten liegt aber noch ein grosses Potenzial", ist Dr. Meinrad Mannhart, Leiter des Brustzentrums Zentralschweiz der AndreasKlinik Cham, überzeugt.

 

Therapie ist möglich

Zugerinnen und Zuger profitieren von einer hohen Qualität bei der medizinischen Behandlung einer Krebserkrankung. Sei es im Zuger Kantonsspital Baar, in der AndreasKlinik Cham oder in einer spezialisierten Klinik in den umliegenden Kantonen. Beide Spitäler im Kanton Zug verfügen über ein Tumor Board, in denen interdisziplinär die jeweils beste Behandlungsmethode definiert wird. "Neu wird zudem eine kantonale Arbeitsgruppe regelmässig prüfen, welche Massnahmen eine Qualitätssteigerung in der Behandlung, Betreuung und Pflege zur Folge haben könnten. Dies führt zu einer echten Qualitätssteigerung unserer Arbeit", stellt Dr. Matthias Winistörfer, Spitaldirektor des Zuger Kantonsspitals in Baar, eine der Massnahmen in diesem Bereich vor.

 

Betreuung wird immer wichtiger

Neben der medizinischen Betreuung sind Krebskranke auf eine umfassende psychosoziale Versorgung angewiesen. Erwiesenermassen hat diese auch einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität der Betroffenen. Für Rebekka Toniolo, Geschäftsführerin der Krebsliga Zug, ist deshalb sehr wichtig: "Alle Menschen mit der Diagnose Krebs sowie deren Angehörige müssen über das Angebot der psychosozialen Beratung im Kanton Zug informiert werden."

 

Trotz aller Fortschritte in der Prävention und Behandlung bleibt Krebs eine schwere Krankheit, welche häufig tödlich endet. Die Betreuung von krebskranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase erhält deshalb einen wichtigen Stellenwert. Für diese Menschen engagiert sich u.a. der Verein Palliativ Zug. Präsidentin Eva Birrer will den Bekanntheitsgrad von Palliative Care weiter vorantreiben: "Mit der Informations- und Beratungsstelle von Palliativ Zug wollen wir sicherstellen, dass alle Menschen mit einer absehbaren, begrenzten Lebenserwartung sowie deren Angehörige über die Möglichkeiten von Palliative Care im Kanton Zug umfassend aufgeklärt werden."

 

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