Zentrum Elisabeth Walchwil: Solidarität für MS-Betroffene
16.05.2010Heute Sonntag wurden im Zentrum Elisabeth in Walchwil durch Pfarrer Mijo Rogina sechs zusätzliche rollstuhlgängige Zimmer für MS-Betroffene eingesegnet. Ständerat Peter Bieri und Regierungsrat Joachim Eder lobten das Werk und die Grosszügigkeit der Gönner und Sponsoren.
Regierungsrat Joachim Eder betonte nach der Eröffnung des Einweihungsfestes durch Vereinspräsident Peter Bieri und nach der feierlichen Einsegnung folgendes: "Das Zentrum Elisabeth ist als Erholungsort für MS-Betroffene schweizweit bekannt. Es hat einen guten, ja sehr guten Namen; dies zeigen allein schon die Übernachtungszahlen und die steigende Nachfrage. Ich gratuliere den Verantwortlichen dazu ganz herzlich.
Als Gesundheitsdirektor bin ich über diesen Erfolg froh: Mit dem Zentrum konnte ein langjähriges Anliegen von MS-Betroffenen erfüllt werden: Ein Erholungshaus, das MS-Betroffenen Ferien ermöglicht, indem es infrastrukturmässig ihren spezifischen Bedürfnissen entspricht (Rollstuhlgängigkeit, spezielle Trainingsgeräte, Behindertenbad, Alarm-Armbandgeräte für den Notfall, Hilfe bei der Bewältigung der täglichen Verrichtungen)."
Namhafte Unterstützung durch den Kanton Zug
Eder erwähnte die namhafte Unterstützung der öffentlichen Hand: "Der Kanton Zug hat das Zentrum Elisabeth bei seinen Umbau- und Renovationsvorhaben bereits mehrmals unterstützt: 1997/98, 2001 und 2005 mit insgesamt 575’000.- und jetzt wieder mit 100'000.-. Das zeigt, dass wir ein verlässlicher Partner sind und dann zur Verfügung stehen, wenn es nötig ist: Mit unserer finanziellen Unterstützung leisten wir bewusst und gezielt einen Beitrag an die bedarfsgerechte Verbesserung der Lebensqualität behinderter Mitmenschen mit einem nicht leichten Schicksal."
Spürbare Solidarität ist ebenso wichtig
Der Zuger Gesundheitsdirektor stellte am Schluss seiner Ansprache aber vor allem anderes als die materielle Seite in den Mittelpunkt. So betonte er wörtlich: "Die finanzielle Seite ist das eine - die spürbare Solidarität der öffentlichen Hand, aber auch von vielen privaten Gönnerinnen und Gönnern, von Gewerbe und Wirtschaft das andere. Dank dieser Solidarität kann nicht nur die Lebensqualität von behinderten Mitmenschen verbessert werden, dank dieser Solidarität bleibt das Zentrum Elisabeth ein wichtiger Ort der Begegnung und des Austauschs, eine Quelle des Glücks und der Zufriedenheit.
Und ich sage jetzt etwas, das Sie möglicherweise erstaunen wird: Gesundheit ist nicht das wichtigste Gut. Das wichtigste Gut ist Glück und Zufriedenheit! Ich kenne nämlich einige behinderte und kranke Menschen, die ein sehr zufriedenes Leben führen und dabei viel glücklicher sind als gesunde.
Immaterielle Werte sind von unschätzbarer Bedeutung
Für dieses Glück, für diese Zufriedenheit braucht es auch Menschen, die täglich für das Wohl jener besorgt sind, die nach Walchwil ins Zentrum Elisabeth kommen: Pflegende und Betreuende, die mit Kopf, Hand und Herz im Einsatz stehen. Das ist der unschätzbare Wert für die Betroffenen, ihre Familien, aber auch für unsere Gesellschaft. Und darum sollen heute nicht nur die materiellen Sachen im Mittelpunkt stehen, sondern auch das, was hier oben täglich und auch in der Nacht passiert und von noch grösserer Bedeutung ist: ein Lächeln, die Geduld, das Gespräch, der Händedruck, Verständnis, Einfühlungsvermögen und Zuwendung.
Aus diesem Grunde gilt mein Dank heute all jenen, welche die Schaffung von getrennten Schlafräumen ermöglicht haben, aber auch und insbesondere jenen, die sich rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr für die Leute einsetzen, die ins Zentrum Elisabeth kommen. Ihre Arbeit ist nicht nur wichtig, sondern unersetzlich."

