Berufswahl: eine Herausforderung für alle
04.06.2010Wie sieht die Berufswelt aus, welche Wege stehen mir offen? Jahr für Jahr dieselben Fragen, die sich Jugendliche stellen und mit denen sie auch ihre Eltern konfrontieren. In Oberägeri fand ein interessanter Abend statt, an dem auch Regierungsrat Joachim Eder eine Ansprache hielt.
Die gut besuchte Informationsveranstaltung brachte sehr viele Informationen und zeigte insbesondere den hohen Stellenwert einer Berufslehre auf. Regierungsrat Joachim Eder begrüsste die Anwesenden und hielt in seiner Ansprache u.a. folgendes fest: "Eines ist klar, und das sage ich aus Überzeugung: Nicht alle müssen ins Gymnasium, nicht alle müssen eine Matura machen; es gibt viele Karriereleitern, wenn man diese sucht. Es ist aber gerade so gut, wenn man einen Weg gehen kann, der einen nicht überfordert. Jugendliche und junge Erwachsene stehen zum Teil in ihren Entwicklungen an ganz unterschiedlichen Orten; einige haben den Kopf woanders als in der Schule (beim Sport oder Freundeskreis), andere wissen schon genau, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Die einen sind handwerklich sehr geschickt, die anderen haben zwei linke Hände und können gut rennen, wieder andere sind im Kopfrechnen ein Hirsch, und andere sprechen fliessend Sprachen, und einige wollen nur eins: weiter in die Schule."
OUT OF THE BOX: Ein interessanter Einblick in die Berufswelt der jungen Nachwuchskräfte.
Viele Wege - kaum eine Sackgasse
Eder betonte, dass es viele Wege und kaum eine Sackgasse gebe: "Als ehemaliger Sekundarlehrer, der in Unterägeri über 700 Jugendliche auf dem Weg in die Berufswelt begleitet hat, erinnere ich mich sehr gut, wie viele Schnuppertage und Schnuppereinsätze meine ehemaligen Schülerinnen und Schüler gemacht, wie viele Bewerbungsschreiben sie abgeschickt haben, und wie glücklich sie dann waren, als sie endlich mit einer Ausbildung beginnen konnten. Es braucht viele Gespräche und Ideen, den Einsatz von allen lieben Leuten in der Nähe, um eine entsprechende Berufslehre oder weiterführende Schule zu finden, die zu einem passt und einem auch gefällt.
Etwas erscheint mir ganz wichtig: Die Bildungswege heute sind durchlässig; Sie haben viele, zum Teil auch ungeahnte Möglichkeiten. Und die meisten üben später nicht jenen Beruf aus, den sie einmal gelernt haben. Das könnten wir hier in der Aula testen, indem wir die Erwachsenen fragen. Ich bin sicher, dass sehr viele nicht mehr in ihrem angestammten Beruf tätig sind. Das ist wichtig zu wissen bei der Berufswahl, das gibt gute Perspektiven!
Bei Niederlagen nicht aufgeben, weitermachen!
Apropos Perspektiven: Umwege sind - auch wenn das vielleicht komisch tönt - manchmal schneller und Erfolg versprechender als die kürzeste Strecke, vor allem dann, wenn auf dieser grosse Hindernisse liegen! Im Sport wurden Mannschaften schon Weltmeister, die am Anfang ein wichtiges Spiel verloren haben: Wie war es kürzlich im Eishockey, als die Mannschaft Tschechien zwar gegen die Schweiz verloren, nachher aber den Final gewonnen hat! Was ich damit sagen will: Niederlagen, Enttäuschungen können einem weiter bringen, wenn man die richtigen Schlussfolgerungen daraus zieht, wenn man nicht aufgibt, wenn man weitermacht. Den Tipp gebe ich euch, liebe Jugendliche, heute gerne weiter: Nicht aufgeben, weitermachen, auch und gerade dann, wenn nicht alles so läuft, wie es eigentlich sollte. Das macht stark, bärenstark!"


